Fedor Holz zählt zu den herausragendsten Figuren der modernen Pokerära. Geboren in Saarbrücken, machte er sich zunächst online unter dem Nickname CrownUpGuy einen Namen und eroberte später die teuersten Live-Turniere der Welt. Der größte Triumph seiner Karriere kam 2016, mit welchem er sich in die absolute Elite der High Roller Szene einreihte, als er das WSOP $111.111 High Roller for One Drop für 4.981.775$ gewann und zu einem Symbol der Generation junger, analytischer und furchtloser Turnierspieler wurde. Während seiner Karriere gewann er zwei WSOP-Bracelets und laut Hendon Mob überstiegen seine gesamten Live-Gewinne 50.000.000$, was ihn zum erfolgreichsten deutschen Turnierspieler der Geschichte macht.
Bedeutend ist auch der Einfluss, den er abseits der Ergebnisse hinterlassen hat. Während seiner Zeit bei GG wurde er 2024 nicht nur zum Botschafter, sondern auch zum Botschafter der Integrität – eine der sichtbaren Figuren im Kampf für Fairness auf der größten Online-Plattform. Dieser Schritt zeigte, dass Holz längst nicht mehr nur ein Gesicht am Tisch sein wollte, sondern auch eine Person, die das Umfeld um sich herum mitgestalten möchte. Deshalb hat seine Ankündigung, die Pokerszene zu verlassen, auch mehr Gewicht als bei einem anderen Namen aus dem High Stakes Karussell.
Gestern noch verkündete Fedor auf seinem X, dass er nach 6 Jahren seine Rolle als Botschafter bei GG-Poker nicht verlängert und dass sich sein Leben nun in eine andere Richtung bewegt – weg vom Poker.
After 6 good years, I’ve decided not to renew my ambassador role with @GGPoker.
— Fedor Holz 🐧 (@CrownUpGuy) March 8, 2026
We are trying to have kids this year and I’m launching an investment fund, so that will be my full focus going forward.
I started playing poker exactly half my life ago and it has given me an…
Leb wohl, Pokerwelt
Holz erklärte seine Entscheidung einfach und direkt. Er und seine Partnerin möchten sich in diesem Jahr auf eine eigene Familie konzentrieren. Gleichzeitig startet er in dieser Zeit seinen eigenen Investmentfonds. Diese beiden Dinge sollen in Zukunft seine Hauptprioritäten sein. In dieser einfachen Klarheit liegt vielleicht die größte Stärke der Ankündigung. Es war kein dramatischer Abgang und kein verbittertes Lebewohl. Eher ein Moment, in dem einer der erfolgreichsten Spieler seiner Generation erkannte, dass das Leben jenseits der Turnierlichter für ihn wichtiger wird als die nächste große Serie.
Für die Pokerwelt ist dies eine bedeutende Nachricht, denn Holz war nicht nur ein weiterer erfolgreicher Reg in der High Roller Szene. Schon als sehr junger Spieler reihte er sich unter die größten Namen des Turnierpokers ein, und sein Jahr 2016 zählt noch immer zu den denkwürdigsten Phasen, die dieser Sport erlebt hat. In diesem Jahr gewann er mehr als 16.000.000$ bei Live-Turnieren und schrieb damit eine der markantesten „Heat-Streaks“ der modernen Ära.
Deshalb wirkt seine Entscheidung nicht wie eine Flucht vor dem Spiel, sondern eher wie der nächste logische Schritt eines Menschen, der längst nicht mehr nur durch Karten definiert wurde. Nach dem Höhepunkt seiner spielerischen Stärke wandte sich Holz mehrfach vom klassischen Grind ab und baute nebenher auch Geschäftsprojekte auf. Man kann da sein Engagement bei Pokercode, dem mentalen Projekt Primed Mind und weiteren Investitionsaktivitäten erwähnen. Die Ankündigung eines neuen Fonds passt also zu dem Bild, das er sich seit Jahren von sich selbst geschaffen hat.

Es ist noch nicht das endgültige Ende
Hoffnung gibt es für die Fans, denn auch diesmal geht es nicht um ein vollständiges Verschwinden von der Szene. In seinem X-Statement und Kommentaren deutete Fedor an, dass er sich ein oder zwei Reisen jährlich zu den Triton-Festivals gönnen könnte. Auch das ist typisch für Holz – endgültig möchte er die Türen nicht schließen. Doch es ist offensichtlich, dass Poker nicht mehr der Mittelpunkt seines Lebens sein wird.
Fedor Holz zieht sich mit 32 Jahren zurück, in einem Alter, in dem er durchaus noch weitere Finaltische, siebenstellige Prämien und Schlagzeilen sammeln könnte. Das macht seine Entscheidung umso bedeutsamer. Manchmal kommt der größte Gewinn nicht in der letzten Hand eines Turniers, sondern in dem Moment, in dem ein Spieler entscheidet, welcher Phase seines Lebens er sich als nächstes widmen möchte. Und genau so wirkt jetzt sein Schritt – nicht als das Ende einer Legende, sondern als bewusstes Verlassen des Tisches, in dem Wissen, dass er längst nichts mehr beweisen muss.
Quellen – X, Flickr, PokerNews, PokerScout