Die Staatssekretärin für Justiz und Sicherheit, Claudia van Bruggen, stellte Regierungspläne zum Schutz im Bereich Online-Glücksspiele vor. Ein zentraler Pfeiler ist das fast vollständige Verbot von Online-Glücksspielwerbung als Reaktion auf die Erkenntnisse, dass bis 2025 etwa 69 % der Niederländer über 16 Jahre an irgendeiner Form des Glücksspiels teilgenommen haben. Das ruft Bedenken hinsichtlich des Schutzes gefährdeter Gruppen hervor, insbesondere junger Erwachsener.
Teil der neuen niederländischen Politik ist auch das endgültige Aufräumen der Werbung in sozialen Medien. Die lokale Regulierungsbehörde (KSA) hat ein striktes Verbot der Nutzung von Influencern, Streamern und Vloggern zur Förderung von Glücksspielprodukten bestätigt.
Diese Persönlichkeiten haben enormen Einfluss auf ein junges Publikum und dürfen daher nicht Teil von Rekrutierungskampagnen sein. Glücksspielbetreiber wurden aufgefordert, alle Partnerschaften mit Online-Berühmtheiten unverzüglich zu beenden.

Wie sieht die Regulierung in anderen Ländern aus?
Mit diesem radikalen Schritt reiht sich die Niederlande in die Länder ein, die bereits den Weg strenger Beschränkungen beschritten haben. Sie gesellen sich zu Ländern wie Italien, Spanien und Belgien, die totale oder nahezu vollständige Verbote von Glücksspielwerbung eingeführt haben.
Italien zählt in diesem Bereich zu den strengsten Ländern, da jegliche Werbung für Glücksspielprodukte im Fernsehen, Radio und Internet verboten ist, einschließlich indirekter Werbung über soziale Medien und die Verteilung von Markenartikeln.
Spanien führte 2020 starke Beschränkungen ein, wobei Werbung keine Sportler oder Prominente enthalten durfte und im Fernsehen oder auf YouTube ausschließlich in den Nachtstunden zwischen 01:00 und 05:00 Uhr erscheinen durfte. Der Oberste Gerichtshof hat jedoch vor zwei Jahren einige Beschränkungen aufgehoben, wie zum Beispiel das Verbot der Promi-Werbung.
Dänemark ging bei der Regulierung einen anderen Weg und genehmigte kürzlich das sogenannte „whistle-to-whistle“-Verbot, das ab Januar 2026 jegliche Werbung für Wetten kurz vor, während und kurz nach Sportübertragungen verbietet.

Während einige Länder ein vollständiges Verbot wählen, setzen andere teilweise auf Beschränkungen, die auf Zeit und Inhalt abzielen:
In Deutschland gelten beispielsweise strenge zeitliche Beschränkungen (Werbeverbot für Glücksspiel zwischen 06:00 und 21:00 Uhr) und in den Anzeigen dürfen keine Boni wie Gratiswetten angeboten werden.
Schweden verfolgt das Prinzip des „gemäßigten Marketings“, was bedeutet, dass Werbung nicht übermäßig emotional sein oder den Eindruck erwecken darf, dass Glücksspiel finanzielle Probleme lösen wird.
Risiko eines wachsenden Schwarzmarkts
Obwohl der Hauptzweck dieser Maßnahmen der Schutz gefährdeter Gruppen ist, gibt es auch warnende Stimmen. Organisationen wie die European Gaming and Betting Association (EGBA) warnen davor, dass zu viele Einschränkungen auch unbeabsichtigte Folgen haben können.
Wenn legalen und lizenzierten Spielstätten effektive Kommunikation unmöglich gemacht wird, könnten Spieler beginnen, auf illegale Offshore-Seiten auszuweichen. Diese unterliegen keiner Regulierung, bieten keine Tools für verantwortungsvolles Spielen und stellen ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko für die Nutzer dar.
Quellen: EGBA, LawsTrust, iGamingBusiness