Peter Zanoni verstorben – der Mann, der Concord aufbaute und für österreichisches Poker kämpfte

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Peter Zanoni war nicht jemand, der im Poker nur als Investor oder Markeninhaber am Rande stand. 1993 gründete er die Concord Card Casinos und baute sie über die folgenden Jahrzehnte zu einem der prägendsten Begriffe des österreichischen Pokers auf. Noch 2019 zum 26. Jubiläum des CCC schrieb man davon, dass Zanoni die Marke ein Vierteljahrhundert lang aufgebaut hatte und diese für Tausende von Spielern ein natürlicher Ort für Turniere und Cash Games war.

Für Spieler aus Mitteleuropa war Concord nicht nur irgendein Card Room. Es war die Anlaufstelle für größeres Live-Poker, für Atmosphäre und das Gefühl, in eine echte Pokerszene einzutauchen. In Zeiten, in denen das heutige regionale Angebot nicht so breit war, hatte Concord für viele Spieler fast schon Kultstatus. Dieser Stellenwert entstand nicht aus einem einzigen Turnier oder einer Serie, sondern aus Jahren ununterbrochener Präsenz auf dem Markt.

Genau darin lag Zanoni's Stärke. Er baute nicht nur einen Betrieb auf, sondern eine gesamte Pokerinfrastruktur. Wenn man über ihn schrieb, wurde oft betont, dass Concord nicht auf einer kleinen lokalen Initiative ruhte, sondern auf einer großen Struktur mit langer Tradition und Hunderten von Mitarbeitern. Bei einer Pressekonferenz im November 2019 wurde bekannt gegeben, dass die Concord Card Casino-Gruppe in Österreich mehr als 600 Menschen beschäftigte, und der Schutz des Unternehmens sowie der Arbeitsplätze war dabei eine der Hauptthemen seines öffentlichen Kampfes.

Seine Geschichte war jedoch nie nur ein Aufstieg. In den letzten Jahren wurde Peter Zanoni zu einer der Hauptfiguren im Kampf um die rechtliche Stellung des Pokers in Österreich. Als die Bedingungen verschärft wurden und private Card Rooms unter enormen Druck gerieten, weigerte er sich, sich damit abzufinden, dass das über Jahrzehnte aufgebaute Modell einfach enden sollte. In öffentlichen Auftritten und Interviews kritisierte er offen das Steuersystem und das monopolistische Marktsystem und beteuerte, dass er den Kampf für Poker nicht aufgeben würde.

Andererseits zeigt seine Geschichte auch die Härte dieses Kampfes. Nach 26 Jahren stand das Concord Card Casino am Ende seines Weges, und Zanoni wurde zum Symbol des Falls einer großen Pokerära. Was einst eine dominante Marke im österreichischen Live-Poker war, musste der Realität von Gesetzen, Streitigkeiten und wirtschaftlichem Druck weichen. Sein Name bleibt daher für immer nicht nur mit dem Aufstieg von Concord, sondern auch mit seinem letzten großen Kampf verbunden.

Beim Abschied solcher Persönlichkeiten erinnert sich die Poker-Community daran, dass die Geschichte dieses Spiels nicht nur aus Turniersiegern, Bracelets und Ergebnislisten besteht. Sie wird auch von Menschen gemacht, die Orte schaffen, dem Spiel Infrastruktur geben und über Jahre hinweg Räume erhalten, in denen sich die Gemeinschaft treffen kann. Peter Zanoni war genau einer davon. Unabhängig davon, wie man zu seinem Kampf stand, sein Beitrag zum österreichischen und mitteleuropäischen Poker ist unübersehbar.

 

Bildquellen – Card Casino Bratislava, PokerFirma