Die neun Finalisten teilten sich insgesamt 30.250.000$, doch über 12,2$ Millionen (40,58 %) enden bei den staatlichen Institutionen. Hier ein genauer Blick darauf, wen es am härtesten getroffen hat und wer vom „Steuerglück“ profitieren konnte.
Jumalons 10-Millionen-Scheck ist in Wirklichkeit 6 Millionen wert
Der Turniersieger Lucas Jumalon kommt aus Spokane, Washington. Obwohl sein Heimatstaat keine Einkommenssteuer erhebt, muss Jumalon eine hohe Bundeseinkommenssteuer und selbstständige Gewerbesteuer zahlen, da er als professioneller Spieler eingestuft wird.
Insgesamt werden die Behörden etwa 3.990.826$ von ihm kassieren, was einer Steuerbelastung von fast 40 % entspricht.

Jamie Shaevel verliert über die Hälfte seiner Gewinne
Wenn sich jemand benachteiligt fühlen darf, dann der Profi aus Kalifornien, Jamie Shaevel. Die kalifornischen Steuergesetze zählen zu den strengsten in den USA und Shaevel hat am meisten unter den Finalisten gelitten. Neben der Bundessteuer von über 598.000$ muss er dem Staat Kalifornien weitere 157.127$ zahlen.
Seine gesamte Steuerquote liegt bei schockierenden 50,37 %, was bedeutet, dass ihm von seinem Gewinn von 1,5$ Millionen nur 744.500$ bleiben.

Europäische Steuerfalle: Spanien und Frankreich kennen keine Gnade
Der zweitplatzierte Finne Lauri Saaskilahti lebt in Barcelona. Aufgrund eines Doppelbesteuerungsabkommens zwischen den USA und Spanien ist er zwar von US-Steuern befreit, doch das spanische Amt Agencia Tributaria kassiert satte 47 %. Von seinem 6$-Millionen-Gewinn verschwinden so mehr als 2,7$ Millionen in Spanien.
Ähnlich erging es dem Achtplatzierten Mario Boos. Frankreich klassifiziert Pokergewinne für Profis nur bis zu einem gewissen Maß als nicht steuerpflichtig. Bei diesem hohen Gewinn muss Boos eine progressive Steuer sowie einen Spezialanteil für Großverdiener zahlen. Er überweist etwa 543.701$ (43,5 %) an das französische Finanzamt DGFiP.

Kanadier behalten das meiste
Interessant ist der Unterschied zwischen dem kanadischen Duo und dem Rest des Finaltisches. Greg Mueller, dreimaliger Bracelet-Gewinner, wird von den Medien als „halbpensionierter“ Spieler bezeichnet. Wenn die kanadische Steuerbehörde CRA ihn nicht als aktiven Profi einstuft, zahlt er nur die obligatorische 30%-Steuer an die IRS in den USA.
Sein Landsmann Rami Hammoud, der als Amateurspieler gilt, hat das gleiche Szenario – 30 % werden direkt in Las Vegas abgezogen, und nach Hause nach Montreal nimmt er saubere 1.228.000$ mit.
Neues Schreckgespenst für Amerikaner: OBBBA-Gesetz in Aktion
Für die US-amerikanischen Spieler (Jumalon, Gagliano, Feng, Shaevel) brachte das Jahr 2026 eine weitere Unannehmlichkeit in Form des One Big Beautiful Bill Act (OBBBA) mit sich. Dieses Gesetz verändert grundlegend die Abschreibung von Pokerverlusten.
Bisher konnten Spieler Verluste bis zur Höhe der Gewinne abschreiben. Seit 2026 ist diese Abschreibung auf 90 % der gesamten Verluste begrenzt. Das bedeutet, dass Spieler auch auf Einkommen Steuern zahlen müssen, das sie tatsächlich nicht gewonnen haben (sogenanntes Phantom-Einkommen), was ihre Steuerbelastung weiter erhöht.
Gewinne vs. Steuern am Finaltisch des WSOP Main Events 2026
|
Platz |
Spieler |
Land |
Gewinn |
Gewinn nach Steuern |
Steuern in % |
|
1. |
Lucas Jumalon |
USA (WA) |
10.000.000$ |
6.009.174$ |
39,91 % |
|
2. |
Lauri Saaskilahti |
Finnland |
6.000.000$ |
3.227.000$ |
47,00 % |
|
3. |
Greg Mueller |
Kanada |
3.750.000$ |
2.628.000$ |
30,00 % |
|
4. |
Michael Gagliano |
USA (NJ) |
2.750.000$ |
1.419.317$ |
48,39 % |
|
5. |
Han Feng |
USA (TX) |
2.250.000$ |
1.360.247$ |
39,54 % |
|
6. |
Rami Hammoud |
Kanada |
1.750.000$ |
1.228.000$ |
30,00 % |
|
7. |
Jamie Shaevel |
USA (CA) |
1.500.000$ |
744.500$ |
50,37 % |
|
8. |
Mario Boos |
Frankreich |
1.250.000$ |
706.299$ |
43,50 % |
|
9. |
Evagoras Evagorou |
Zypern |
1.000.000$ |
653.500$ |
35,00 % |
|
GESAMT |
30.250.000$ |
17.976.037$ |
40,58 % |
Während Sieger Jumalon etwa 6$ Millionen mit nach Hause nimmt, haben sich die verschiedenen Steuerbehörden insgesamt über 12,2$ Millionen gesichert, was sie zum absoluten Gewinner der diesjährigen Serie macht.
Quellen: WSOP, TaxableTalk