WSOP Tag 9: Hellmuths Jagd 18. Bracelet, Kabrhels skurriler Fehler und einer der übelsten Dealer-Pannen

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Deeb und Hellmuth im direkten Kampf um den Titel

Die No-Limit 2-7 Lowball Draw Championship mit einem Buy-in von 10.000$ zog insgesamt 198 Entries an. Das mit Stars besetzte Feld sorgte für einen Prizepool von 1.841.400$, wobei der Sieger nicht nur das goldene Bracelet, sondern auch eine Belohnung von 428.923$ erwartet.

Nach einem harten zweiten Spieltag, an dem die Money-Bubble geplatzt ist, bleiben noch 13 Spieler im Rennen um den Titel. An der Spitze steht der amerikanische Star Shaun Deeb, dem der Japaner Ryutaro Suzuki auf den Fersen ist.

Eine der am meisten beachteten Persönlichkeiten im Finaltag wird Phil Hellmuth sein. Der legendäre „Poker Brat“ hatte einen Tag wie eine Achterbahnfahrt, bei dem er den Titelverteidiger Nick Schulman eliminierte und einen dreifaches All-in überlebte, nur um am Ende von Shaun Deeb überholt zu werden.

Hellmuth geht von der 12. Position mit einem Stack von 620.000 in das Finale und gestand auf der sozialen Plattform X, dass der Sieg in diesem speziellen Turnier seit 1990 ein großer Traum von ihm ist. Bei einem Erfolg würde er seine Rekordsammlung um das unglaubliche 18. goldene Bracelet erweitern.

Im Rennen um den Titel ist auch Alex Foxen, der kurz vor dem Platzen der Money-Bubble zu den Shortstacks zählte, aber nach Abschluss des Tages in den Top Ten ist. Daniel Negreanu hingegen, der ebenfalls auf der Bubble um sein Turnierleben kämpfte, belegte am Ende Platz 20 (21.432$).

Zwischenstände nach Day 2 – Event #17: 10.000$ No-Limit 2-7 Lowball Draw Championship

Platz

Spieler

Land

Stack

1.

Shaun Deeb

USA

1.500.000

2.

Ryutaro Suzuki

Japan

1.300.000

3.

Per Hildebrand

Schweden

1.100.000

4.

Naoya Kihara

Japan

1.000.000

5.

John Monnette

USA

955.000

6.

David Lin

USA

945.000

7.

Dan Shak

USA

875.000

8.

Jason Daly

USA

797.000

9.

Alex Foxen

USA

785.000

10.

John Cynn

USA

662.000

11.

Chad Eveslage

USA

626.000

12.

Phil Hellmuth

USA

620.000

13.

Robert French

USA

407.000

Brutaler Dealer-Fehler eliminiert Spieler

Das $10K GG Million$ brachte einen der umstrittensten Momente der diesjährigen Serie, den Kommentatoren als "eine der schlimmsten Sachen, die sie je gesehen haben" bezeichneten.

Während noch 22 Spieler im Spiel waren, ging der Shortstack Ricky Landais mit A s K c gegen A d 9 s von Bobby James All-in. Der Dealer machte jedoch einen fatalen Fehler und legte einen Flp mit vier Karten ohne das vorherige „verbrennen“ einer Karte aus.

Der Floor Manager entschied, dass diese vier Karten gemischt werden und eine davon zufällig als „verbrannte“ Karte gewählt wird. Diese Karte war der König, der Landais ein Top-Paar gebracht hätte. Auf dem neuen Flop führte Landais zwar noch, doch auf Turn und River fand James die Straight, was zu Landais' brutaler Eliminierung auf Platz 22 (41.942$) führte.

Das Turnier, das insgesamt 627 Entries anzog und einen Prizepool von 5.831.100$ schuf, hat sich auf die letzten acht Finalisten verkleinert. In den letzten Tag geht der amerikanische Naseem Salem als massiver Chipleader, mit den besten Chancen auf den Gewinn von 1.089.964$.

Zwischenstände Event #11: 10.000$ GGMillion$ High Roller

Platz

Spieler

Land

Stack

1.

Naseem Salem

USA

14.800.000

2.

Alexis Cruz Martinez

USA

12.300.000

3.

Chad Lipton

USA

7.900.000

4.

Chris Brewer

USA

7.600.000

5.

Roman Hrabec

Tschechien

7.100.000

6.

Cliff Josephy

USA

6.800.000

7.

John Racener

USA

4.300.000

8.

Joey Weissman

USA

1.900.000

Ardire triumphiert und Kabrhels skurrile „Siegesfeier“

Der große Andrang beim Pot-Limit Omaha im Deepstack-Format führte zu 2.636 Entries und einem Prizepool von 1.328.544$. Der Amerikaner Philip Ardire sicherte sich nach einem dramatischen Verlauf den Gesamtsieg und kassierte 171.589$ sowie sein erstes goldenes Bracelet.

Der Weg zum Titel gipfelte in einem fast einstündigen Heads-up gegen Randy Jacks, in dem Ardire am Flop die „Broadway“-Straight gegen Jacks' Set traf und das Spiel für sich entschied.

Das Turnier machte jedoch auch mit dem kuriosen Ausscheiden des umstrittenen tschechischen Profis Martin Kabrhel Schlagzeilen. Kabrhel, der den 17. Platz erreichte, geriet in einen All-in-Kampf mit zwei Gegnern. Nach dem Showdown las er das Board falsch und begann, einen Sieg zu feiern, weil er fälschlicherweise dachte, er hätte die gewinnende Straight.

Seine Freude wurde jedoch sofort von den Mitspielern am Tisch gedämpft, die ihn darauf hinwiesen, dass David Avina eine höhere „Nut“-Straight hält. Kabrhel schied zwar aus, sorgte aber für einen der viralsten Momente der diesjährigen Serie.

Endergebnisse am Finaltisch Event #15: 600$ Pot-Limit Omaha Deepstack

Platz

Spieler

Land

Gewinn

1.

Philip Ardire

USA

171.589$

2.

Randy Jacks

USA

114.200$

3.

Francisco Baruffi

Brasilien

82.928$

4.

David Avina

USA

60.837$

5.

Daniel Haywood

Australien

45.092$

6.

Cole Gauthier

Kanada

33.771$

7.

Daniel Carter

USA

25.560$

8.

Grantel Gibbs

USA

19.552$

9.

Matthew Newcombe

USA

15.117$

Rezaei an der Spitze, Monceks skurrile „Aufgabe“

Der erste von zwei Starttagen des prestigeträchtigen $25K High Rollers zog erwartungsgemäß die Poker-Elite an. Im Flight 1a registrierten sich 81 Entries, wodurch der Prizepool vorläufig auf 1.903.500$ stieg, wobei die späte Registrierung auch zu Beginn des zweiten Tages geöffnet ist. Nach acht Levels packten 25 Überlebende ihre Chips, angeführt vom österreichischen Profi Daniel Rezaei.

Während Stars wie Stephen Chidwick, Jason Koon oder Jesse Lonis ebenfalls weiterkamen, hatten andere weniger Glück – Namen wie Joao Simao, Artur Martirosian und Jeremy Ausmus standen auf der Liste der Ausgeschiedenen.

Für die größte Kuriosität des Tages sorgte Michael Moncek. Nachdem er seinen größten Teil des Stacks verlor, nutzte er die selten gesehene Regel „Surrender the Stack“ und gab freiwillig seine restlichen 5.000 Chips auf, um sofort vor Ende des Tages ein Re-entry nutzen zu können. Sein zweiter Versuch dauerte jedoch genau eine Hand, in der er All-in ging, ohne die Karten anzuschauen, und mit K d 6 h gegen die Kombination von A d 3 h von Stephen Chidwick rannte.

Top 10 Stacks nach Day 1a – Event #19: 25.000$ High Roller NLH 8-Handed

Platz

Spieler

Land

Stack

1.

Daniel Rezaei

Österreich

1176.000

2.

Turbo Nguyen

USA

928.000

3.

Dejan Kaladjurdjevic

Montenegro

877.000

4.

Zachary Grech

USA

851.000

5.

Galen Hall

USA

789.000

6.

Aram Oganyan

USA

770.000

7.

Dylan Weisman

USA

758.000

8.

Thomas Mühlöcker

Österreich

743.000

9.

Sean Perry

USA

620.000

10.

Joshua Reichard

USA

570.000

Justin Liberto beendet langes Warten auf zweites Bracelet

Das Mixed-Turnier in Omaha, das die Formate PLO Hi-Lo, Omaha Hi-Lo und das beliebte „Big O“ wechselte, zog insgesamt 1.287 Entries an. Die Spieler schufen einen Prizepool von 1.708.492$, wobei der Sieger 265.297$ erwartete. Nach drei Tagen intensiver Kämpfe freute sich der amerikanische Profi Justin Liberto über den Titelgewinn, nachdem er im dramatischen Heads-up Chris Lee bezwang.

Der entscheidende Moment kam im Spiel Big O auf dem Board 8 h 7 d 5 d K d T h, wo Liberto mit der Kombination A d Q s 8 c 2 s 2 d sowohl den Nut Flush als auch die beste Low-Kombination traf und seinen Gegner mit A c 9 s 6 s 5 s 3 c endgültig ausschaltete.

Für Liberto hatte dieser Sieg eine besondere Bedeutung. Sein erstes goldenes Bracelet gewann er bereits 2015 und seitdem schaffte er es mehrmals an die Finaltische der WSOP, doch der Titel entglitt ihm stets knapp.

Endergebnisse am Finaltisch Event #14: 1.500$ Mixed PLO Hi-Lo 8 or Better / Omaha Hi-Lo 8 or Better / Big O

Platz

Spieler

Land

Gewinn

1.

Justin Liberto

USA

265.297$

2.

Chris Lee

USA

176.809$

3.

Jean Laurent

USA

125.476$

4.

Brandon Shack-Harris

USA

90.249$

5.

Brad Ruben

USA

65.801$

6.

Naween Fernando

Australien

48.642$

7.

Joseph Weinberger

USA

36.464$

8.

Edward Spivack

Großbritannien

27.725$

9.

Brian Battistone

USA

21.386$

Wenn ein PhD-Student die Profis schlägt

Der neunte Spieltag der WSOP lieferte eine faszinierende Geschichte im dynamischen 6-max-Format. Aus einem Feld von 1.840 Entries entstand ein Champion aus dem akademischen Umfeld. Honghao „Theo“ Zhang, 26-jähriger Doktorand an der Georgia Tech, verwandelte seine erste ITM-Platzierung bei der World Series of Poker direkt in den Gewinn eines goldenen Bracelets und eine Belohnung von 346.108$.

Zhang, der sich seit 2023 nur als Hobby neben seinem anspruchsvollen Studium dem Poker widmet, hatte keinen leichten Weg zum Sieg. Einmal fiel er sogar am Finaltisch auf den letzten Platz der Zwischenwertung. Sein analytischer Ansatz half ihm jedoch, Geduld zu bewahren und auf Schlüsselmomente zu warten, wie den Runner-Runner Flush, mit dem er David Rees auf dem dritten Platz eliminierte.

Zhang ging in das Heads-up gegen Karnofsky mit einem nahezu ausgeglichenen Stand, baute sich dann jedoch schnell eine dominante Führung auf. In der finalen Hand des Abends triumphierte Zhang mit A d 5 c gegen seinen Gegner mit A h 4 c und bewies, dass mathematische Präzision im modernen Poker immer noch Vorteile bietet.

Endergebnisse am Finaltisch Event #13: 1.500$ 6-Handed No-Limit Hold’em

Platz

Spieler

Land

Gewinn

1.

Honghao Zhang

USA

346.108$

2.

Harlan Karnofsky

USA

230.626$

3.

David Rees

USA

163.172$

4.

Thai Dinh

USA

116.951$

5.

Daniel Hill

USA

84.929$

6.

Julien Duveau

Frankreich

62.501$

7.

Michel Molenaar

Niederlande

46.619$

Antonio Vargas führt die Finalisten im Circuit Championship an

Der Höhepunkt der Circuit-Saison, der im Rahmen der WSOP stattfindet, hat einen herausfordernden zweiten Spieltag hinter sich. Aus insgesamt 2.148 Entries, die einen Prizepool von 3.231.666$ schufen, sind noch 32 Spieler im Rennen um das goldene Bracelet und den Hauptpreis von 439.605$.

An der Chiplead-Position befindet sich der Amerikaner Antonio Vargas, dem insbesondere eine erfolgreiche Hand half, in der er einen Bluff von Antonius Samuel durchschaut hat und daraufhin auf einer Erfolgswelle ritt.

Top 10 Stacks nach Day 2 – Event #16: 1.700$ U.S. Circuit Championship

Platz

Spieler

Land

Stack

1.

Antonio Vargas

USA

8.435.000

2.

Robert Kuhn

USA

8.070.000

3.

Malcolm Franchi

Frankreich

5.000.000

4.

Donovan Dicken

USA

4.795.000

5.

Balakrishna Patur

USA

4.320.000

6.

Manjunath Mulinti

USA

4.310.000

7.

Martin Perez

USA

3.865.000

8.

Pei Li

China

3.845.000

9.

Kartik Ved

Indien

3.825.000

10.

Liubomyr Melnyk

USA

3.510.000

Beginn des massiven Monster Stacks und Dealers Choice

Das Programm des neunten Tages wurde durch zwei neu gestartete Turniere ergänzt. Das mit Spannung erwartete Event #18: 1.500$ Monster Stack startete mit dem Flight 1a, an dem sich 1.514 Entries beteiligten. In den zweiten Spieltag schafften es 538 Spieler, angeführt von Zhijian Zhang. Hoch im Zwischenstand ist auch Martin Kabrhel und erfolgreich weiter sind Namen wie John Juanda, Qui Nguyen oder Patrick Leonard.

Parallel dazu startete der Event #20: 1.500$ Dealers Choice, der den Spielern eine Herausforderung durch die Wahl von bis zu 20 verschiedenen Pokervarianten bot. Das Turnier verzeichnete 656 Entries, wodurch der Prizepool auf 870.850$ stieg. Nach dem ersten Tag bleiben noch 132 Spieler im Rennen um das Bracelet und den Siegerpreis von 161.057$. An der Spitze des Feldes liegt der zweifache WSOP-Sieger Jose Velador, gefolgt vom norwegischen Mixed-Games-Spezialisten Tobias Leknes.

Unter denjenigen, die es in den Day 2 geschafft haben, fehlen weder der Titelverteidiger Benny Glaser noch Nick Schulman oder Michael Mizrachi.


Quellen: WSOP, X