WSOPE: Josh Arieh über die Disqualifikation eines Spielers und das schmerzvolle Aus im Main Event

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Disqualifikationen, Kabrhel und faires Verhalten

Josh Arieh redet im Interview nicht um den heißen Brei herum. Er meint, dass es im Poker keinen Platz für Drohungen, aggressives Verhalten und das Überschreiten von Grenzen gibt, wo es nicht mehr um psychologischen Kampf, sondern um Einschüchterung geht. Seiner Meinung nach müssen die Regeln der Disziplin neu bewertet werden, da einige Spieler die Grenzen ausreizen und dies ausnutzen, um ihre Gegner zu schikanieren. Seine Botschaft ist klar: Mentale Kriegsführung gehört zum Poker, aber die Angst vor physischer Konfrontation nicht.

Ein großer Teil des Interviews dreht sich auch um einen Spieler, der beim €5,300 PLO European Championship schließlich disqualifiziert wurde. Arieh sagt, dass der Vorfall umso unangenehmer war, weil er gegen Rich Zhu gerichtet war, den er als einen der ruhigsten und nettesten Menschen in der Pokergemeinschaft beschreibt. Deshalb ging es seiner Meinung nach nicht um einen spezifischen Konflikt, sondern darum, dass sich der Aggressor einfach ein Ziel suchte. Auch wenn er nicht genau beurteilen kann, was der Disqualifikation vorausging, lobt er, dass die Organisatoren letztendlich einschritten und die Sache stoppten.

Interessant ist auch seine Sicht auf Martin Kabrhel, der auch bei der WSOPE für Diskussionen sorgte. Arieh gibt zu, dass Martin unterhaltsam ist und Aufmerksamkeit erzeugt, fragt sich aber, ob das der Weg ist, den das moderne Poker gehen sollte. Anders ausgedrückt: Klicks und virale Momente sind eine Sache, aber wenn ein großes Turnier zu einer Show am Rande des Chaos wird, wird das nicht jeder als positiv ansehen.

Eigener Weg im Main Event

Das Interview drehte sich jedoch nicht nur um Kontroversen. Arieh sprach auch über seinen eigenen WSOPE Main Event-Run, der an einem bitteren Punkt während Tag 5 endete. Bei den letzten 69 Spielern geht Stormyr mit einem all-in mit Q c Q h und Arieh callt sofort mit A c ​​​​​​​A s ​​​​​​​. Ein harmloser Flop und Turn änderten nichts, aber der River brachte eine unbarmherzige Q d.

Interessant ist, dass Josh anstatt theatralisch zu lamentieren, die Situation mit Gelassenheit aufnahm und einen sehr ähnlichen Moment aus einem älteren WPT-Turnier erwähnte, wo ihm fast dasselbe widerfuhr. Auch deshalb macht seine Meinung in diesem Interview Sinn – er spricht nicht aus der Perspektive eines Außenstehenden, sondern als ein Spieler, der selbst bis zum letzten Chip das Turnierleben lebt.

Arieh gibt außerdem zu, dass ihn weniger der Bad Beat schmerzte, der ihn auf einen Shortstack brachte, sondern mehr das spätere Ausscheiden gegen Annette Obrestad. Nicht weil er einen Flip oder einen Cooler verlor, sondern weil er seiner Meinung nach nicht genug Zeit für die Überlegung in einem Spot genommen hatte.

Arieh lobt auch den Gesamteindruck von Prag und der WSOPE. Er schätzt die Qualität der Dealer, die Spielqualität und die Energie bei den Turnieren, wo die Gegner oft nicht durch klassische, altmodische Fehler Druck machen, sondern dadurch, dass sie einen ständig zum Callen herausfordern. In Kombination mit dem Thema Disziplin, kontroversen Momenten und seinem eigenen Deep Run entstand so ein Podcast, der nicht nur über einen Vorfall spricht, sondern über die breitere Frage, wie das Spitzen-Turnierpoker heute aussehen sollte.

 

Quellen – YouTube, PokerNews, X