Die neuen POY-Regeln machen den Weg zum Titel des Kings der Saison zu einem echten globalen Marathon. Spieler können nun an drei wichtigen Stationen Punkte sammeln:
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WSOP Europe: 31. März – 12. April in Prag.
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World Series of Poker: 26. Mai – 15. Juli in Las Vegas.
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WSOP Paradise: 1. Dezember – 18. Dezember auf den Bahamas.
Nach den neuen Regeln zählen die 15 besten Ergebnisse aus offenen Bracelet-Veranstaltungen dieser drei Events für das endgültige Ranking. Im Gegensatz dazu werden Ergebnisse aus Online-Turnieren und speziellen Events (wie Senior-, Damen- oder Casinoangestellten-Turniere) traditionell nicht in das POY-Ranking einbezogen.
Neben dem großen Prestige erwarten die besten Spieler im Jahr 2026 auch außergewöhnlich großzügige Belohnungen. Insgesamt teilen sich die 100 besten Spieler im POY-Ranking Preise im Gesamtwert von 1.000.000$.

Der absolute Sieger des POY-Rankings 2026 gewinnt den Hauptpreis in Form eines Pakets im Wert von 100.000$ für das WSOP Paradise Festival. Neben diesem wertvollen Geldpreis sind traditionell auch weitere exklusive Vorteile mit dem Titel Player of the Year verbunden:
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Ein Ticket für das Main Event der WSOP im nächsten Kalenderjahr.
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Eine spezielle Trophäe für den Champion.
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Ein personalisiertes Banner mit dem Bild des Siegers, das im nächsten Jahr der WSOP in den Spielsälen von Las Vegas hängen wird.
Das Belohnungssystem 2026 denkt auch an andere erfolgreiche Spieler im Ranking. So erhalten die Spieler auf dem 2. und 3. Platz ebenfalls ein Paket für WSOP Paradise im Wert von 100.000$, während eine Platzierung in den Top 15 ein Paket für das Super Main Event im Wert von 30.000$ garantiert. Dieses motivierende System betont das Bestreben der Veranstalter, die Attraktivität des Kampfes um den POY-Titel zu steigern.
Historische Änderungen in der Punktevergabe
Die Einbeziehung europäischer Bracelets in den POY-Titel ist keine völlige Neuheit, sondern vielmehr eine Rückkehr zu einem bewährten Modell. Das Player of the Year-Ranking wurde erstmals 2004 vorgestellt. Obwohl die WSOP Europe (WSOPE) bereits 2007 debütierte, wurden ihre Ergebnisse erst ab 2011 in das POY-Ranking einbezogen. In den folgenden Jahren (2013 und 2014) wurde auch das kurze WSOP Asia-Pacific (APAC) Projekt mit in die Berechnungen aufgenommen.
Der Zusammenhang zwischen europäischen Bracelets und dem POY-Titel wurde in den letzten Jahren jedoch unterbrochen. Ab 2021 wurden die Ergebnisse der WSOPE-Bracelet-Turniere nicht mehr in das Player of the Year-Ranking aufgenommen, was Diskussionen über den Wert europäischer Bracelets im Vergleich zu denen aus Las Vegas auslöste. Das Jahr 2026 schließt jedoch endgültig diese Lücke und verbindet Bracelet-Events zu einer kohärenten ganzjährigen Erzählung.

Wie die WSOP Europe Daniel Negreanu 2013 zum König machte
Gerade die Verbindung der europäischen und asiatisch-pazifischen Serie mit dem POY-Ranking bescherte einem der denkwürdigsten Momente in der Karriere des legendären Daniel Negreanu. „Kid Poker“ war lange Zeit der einzige Spieler in der Geschichte, dem es gelang, den WSOP Player of the Year-Titel zweimal zu gewinnen. Das erste Mal schaffte er es im Premierenjahr 2004, das zweite Mal im Jahr 2013 (Im Jahr 2025 glich Shaun Deeb seine Bilanz aus – 2018, 2025).
Negreanus Dominanz im Jahr 2013 startete mit einem Triumph beim allerersten WSOP Asia-Pacific, wo er das Main Event gewann und mehr als eine Million Dollar mitnahm. Im Sommer in Las Vegas fügte er mehrere ITM-Platzierungen hinzu, wobei sein Höhepunkt der zweite Platz im Limit 2-7 Triple Draw war. Doch über den Titel POY entschied sich erst beim Herbstfestival der WSOP Europe.
Es war das Abschlussturnier der WSOPE 2013 – der 25.600€ High Roller, das Negreanu die Unsterblichkeit sicherte. Mit dem Erreichen des Final Table in diesem Turnier sammelte er genügend Punkte, um Matthew Ashton im Ranking zu überholen und sich den POY-Titel endgültig zu sichern. Negreanu gewann schließlich den gesamten High Roller, holte sich sein sechstes goldenes Bracelet und eine Prämie von 725.000€.

Für Negreanu hatten diese Auszeichnungen immer eine besondere Bedeutung. „Ich war schon immer ein Fan der Player of the Year-Rankings... sie zeigen konsistente Ergebnisse und das bedeutet mir mehr als ein einmaliger Turniersieg,“ sagte Negreanu damals. Sein historischer Eintrag von 2013 ist bis heute der beste Beweis dafür, dass europäische Events die Macht haben, über die größten Poker-Schicksale zu entscheiden.
Quellen: WSOP, Wikipedia