In der dreizehnten Folge seines WSOP Vlogs 2026 behandelt Daniel Negreanu eines der spannendsten Pokerthemen der letzten Jahre: den Clash zwischen alter und neuer Schule. Zudem nimmt er dich mit durch das anspruchsvolle $25K High Roller Event, das sich jedoch nicht ganz nach seinen Vorstellungen entwickelt.
Der Morgen beginnt außerhalb des Kasinos, in heimeliger Atmosphäre. Negreanu stockt die Vorräte für Kurierfahrer und Lieferanten auf, die Pakete oder Essen bringen. Im Kühlschrank befinden sich Limonaden, Espresso Shots, Cold Brew, Snacks, Chips, Schokolade, Nüsse sowie Kleinigkeiten wie Feuchttücher. Diesen Aufbau nennt er „Karma-Box“ und erklärt, dass Großzügigkeit in Bezug auf Essen tiefe Wurzeln in seiner Familie hat.
Dazu kommt der Geburtstagsmoment mit seinen Hunden Rocky und Apollo, die neun Jahre alt werden. Amanda bereitet einen speziellen Kuchen vor, und Daniel überlegt, ob der überhaupt geschnitten werden kann - ein typischer Vlog-Humor. Ein entspannter Start in den Tag, der im starken Kontrast zu dem steht, was später kommt. Nach der häuslichen Ruhe geht Daniel auf das Thema ein, wie man in einem Spiel relevant bleibt, das sich schneller verändert als je zuvor.
New School vs Old School: Warum es nicht reicht, zu spielen wie 2003
Auf dem Weg ins Kasino beginnt Negreanu eine Diskussion über eine Hand von Brock Wilson, die von Mike Matusow kritisiert wurde. Doch Daniel sieht eine ganz andere Geschichte als eine „schlecht gespielte Hand“. Er bemerkt Sizing, Blocker, gecapte Ranges, Druck am River und moderne Logik, die nicht sofort jedem Old-School-Spieler zugänglich ist. Laut Negreanu entsteht hier der Unterschied zwischen einem Spieler, der lernen will, und einem, der alles ablehnt, was nicht in sein altes Spielmodell passt.
Früher wurden viele Spots über feste Regeln gelöst, wie „das wird immer gebettet“ oder „das wird niemals gecheckt“. Heute dreht sich das Spiel mehr um die Textur des Boards, Ranges, Blocker-Effekte, Balance und die Fähigkeit, im richtigen Moment Druck auszuüben. Negreanu betont, dass man sich fragen muss: „Was übersehe ich hier?“. Daniel gehört zu der Generation, die Poker lange vor den Solver-Zeiten spielte, aber er weigert sich, in altem Denken gefangen zu bleiben. Auf Matusows Sichtweise reagiert er als jemand, der sieht, dass sich die High-Stakes-Umgebung weiterentwickelt hat.

$25K 6-Max und der erste Bullet ohne Schwung
Nach der Theorie folgt die Praxis und Negreanu steigt ins $25K 6-Max Event ein, wo er starkes Feld und viele moderne „Wizards“ erwartet. Am Tisch trifft er sofort auf Brock Wilson und scherzt, dass Mike Matusow meint, seine Hand besser zu verstehen als er selbst. Dann geht es ans Spiel, doch der erste Bullet läuft für Daniel praktisch gar nicht. Er gewinnt keine Hände, bekommt keine guten Spots und wartet die meiste Zeit nur auf Gelegenheiten.
Als er schließlich ein Paar Q s Q d bei etwa 20 Big Blinds findet, kommt es zum klassischen Turnier-Setup. Daniel eröffnet, der Gegner im Small Blind reagiert und zeigt A d A c. Der erste Bullet endet ohne großes Drama, eher wie ein unspektakulärer Start in ein Event, das niemals Fahrt aufnahm. Negreanu sagt, er hätte einen hübschen Pot geblufft, den Stack etwas über den Start gebracht, aber ansonsten nicht viel zu spielen gehabt. Nach einer kurzen Pause kommt daher der zweite Versuch.
Der zweite Bullet beginnt wesentlich besser. Daniel schafft es von den Start 150 Tausend auf etwa 300 Tausend und hat endlich einen spielbaren Stack. Doch dann kommt eine Hand, die sein bisheriges Sommer treffend beschreibt. Er öffnet vom Button mit 9 h 9 s, Adrian Mateos geht all-in und Daniel callt. Gegen A c 7 c sieht der Flop K c 9 d 8 d fantastisch aus, da Negreanu ein Set trifft und große Chancen hat, den Gegner zu eliminieren. Doch der Turn bringt T s und der River J h. Mateos trifft eine Runner-Runner Straight und Daniel fällt zurück auf den Starting Stack.
Später kommt ein weiterer All-In-Spot, diesmal mit A c 6 c auf dem Board, wo er einen Flush treffen muss. Doch der Diamant kommt nicht und der zweite Bullet im $25K Six-Max endet. Daniel stellt nüchtern fest, dass ihm die $25K Events in dieser Serie einfach nicht liegen.
Big O als Versuch, den Tag zu wenden
Nach dem Aus im $25K Six-Max gönnt sich Daniel eine Pause und überlegt, was er als nächstes tun soll. Schließlich entscheidet er sich, beim $1,500 Big O reinzuspringen, obwohl er offen zugibt, dass er dieses Format nicht besonders mag. Er bevorzugt PLO8 und bei Big O stört ihn, dass fünf Karten Spielern zugutekommen, die nur auf Nuts warten. Trotzdem sieht er eine Chance auf einen Spin. Es gibt zwei Re-Entries im Event, die Late-Reg läuft noch und das Ziel ist einfach: vernünftige Equity finden, Geld reinbringen und versuchen, es zu drehen.
Aber die Big O Runde setzt den Ton des Tages fort. Daniel kommt in All-Ins mit Händen, die Potenzial für Low, Flush Draws, Straights oder mehrere Gewinnwege haben. Doch keiner der großen Pots dreht sich zu seinen Gunsten. Nach einem weiteren verlorenen All-In stellt er lediglich fest, dass es ein etwas schlechterer Tag war. Fünf Bullets sind genug und für heute ist Schluss.