Warum Pokerspieler Prop-Bets lieben
Ein Prop-Bet (Proposition Bet) ist eine Nebenwette auf ein bestimmtes Ereignis oder eine Leistung, die nicht direkt das „Hauptergebnis“ eines Spiels ist – einfach gesagt, eine extra Herausforderung außerhalb des klassischen Punktestands. Im Poker bezieht sich dieser Begriff oft auf Wetten abseits des Tisches, bei denen sich Spieler herausfordern, wer etwas schneller, besser oder „unter welchen Bedingungen“ schafft – und genau diese Wetten sind oft am spannendsten.
In der Poker-Community sind Prop-Bets aus einem einfachen Grund beliebt: Spieler sind von Natur aus wettbewerbsfähig, sie lieben Action und die Geschichten, die sich dann schneller im Casino verbreiten als ein Bad Beat. Außerdem – wenn man den ganzen Tag zwischen Turniersälen, Hotels und nächtlichen Cash Games verbringt, ist eine Nebenwette der beste Weg, sich die ersehnte Abwechslung zu gönnen.
Die berühmtesten Prop-Bets: Huck Seed und andere „Actionhelden“
Wenn es in Prop-Bets eine Königsklasse gibt, dann ist Huck Seed ihre historische Legende. Seine Geschichten wirken wie ein Mix aus sportlicher Herausforderung, Wettwahnsinn und reinem Ego – genau der Cocktail, den Pokerspieler lieben. Einmal stellte er sich Phil Hellmuth in einem absurden Versuch, einen Tag „bis zum Hals im Wasser“ zu verbringen, wobei 50.000$ auf dem Spiel standen. Ein andermal lernte er für 10.000$ einen Rückwärtssalto, oder er traute sich an eine Golfrunde in Wüstenhitze – 18 Löcher unter 100 Schlägen, viermal am Tag, mit drei Schlägern und ohne Cart.
Die Pokergeschichte ist voll von kultigen Prop-Bets: Ted Forrest gewann einst eine Abnehm-Wette im Wert von 2.000.000$, Antonio Esfandiari kam in die Schlagzeilen mit der „Lunge“-Wette, bei der er als Strafe überall im Casino mit Ausfallschritten gehen musste, und Bill Perkins schloss mit Shaun Deeb eine Body-Fat-Challenge um 1.000.000$ ab. Und dann gibt es noch Brian Zembic – der Mann, der aus einer Wette eine lebenslange Visitenkarte machte, als er für 100.000$ Brustimplantate annahm (und die Geschichte lebt weiter als ultimativer Beweis, dass Prop-Bets keine Grenzen kennen).
Ryess' Bowling-Abenteuer
Kommen wir nun zur aktuellen „Bowling-Wette“, die erneut daran erinnerte, warum Prop-Bets im Poker ein solches Phänomen sind. WSOP Main Event Champion Ryan Riess – ein Mann, der bereits einmal dem größten Druck der Welt standgehalten hat und im Jahr 2013 für seinen Titel 8.361.570$ gewann – nahm diesmal in einem völlig anderen Bereich das Podium: auf der Bowlingbahn in Las Vegas.
In einer Dreierpartie mit High Stakes-Profi Jesse Lonis und WPT World Championship Gewinner Dan Sepiol wurde aus einem freundschaftlichen Abend ein herausforderndes Spektakel voller Wetten. Alles gipfelte schließlich in der finalen Wette – wenn Riess ein perfektes Spiel wirft, also 300 Punkte, zahlt Lonis ihm 5.000$.
Riess wiederholte seine legendäre Reise im WSOP Main Event, wirft Strike um Strike und hatte nach neun Frames bereits 270 Punkte. Für den Sieg benötigte er noch drei Strikes – ein einziger Fehler würde sofort eine Niederlage bedeuten. Lonis verfolgte das ganze Geschehen vom Rail aus und kommentierte die letzten Würfe: erster Strike, zweiter Strike... und schließlich der dritte – der den Sieg bedeutete.
The main event champ! Bowls a 300! Enjoy the video. That’s $5,000 I’ll never see again!💸💸💸 @RyanRiess1 pic.twitter.com/KFxzTK6ItB
— Jesse Lonis (@JesseLonis) February 24, 2026
Perfect Game, ein Ausbruch der Freude in der Halle und 5.000$ „Side Prize“, die vielleicht anders schmecken als ein Turniergewinn, aber umso mehr daran erinnern, warum Pokerspieler Prop-Bets lieben: Es ist ein reines Duell aus Ego, Nerven und der Fähigkeit, Dinge zu Ende zu bringen.
Quellen – X, WSOP, PokerNews, scmp