Legenden der Poker Hall of Fame VII: James Butler "Wild Bill" Hickok

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Der Mann, der den Wilden Westen verkörperte

James Butler Hickok wurde am 27. Mai 1837 in Troy Grove, Illinois, als das vierte von sechs Kindern einer Farmerfamilie geboren. Schon früh faszinierten ihn Waffen, und so wurde er zu einem herausragenden Schützen und erwarb später den Ruf als einer der schnellsten Revolverhelden des Westens. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1852 zog der 18-jährige Hickok nach Kansas, wo er sich der Bewegung gegen die Sklaverei anschloss. Dort traf er den damals 12-jährigen William Cody, später bekannt als „Buffalo Bill“, mit dem er Freundschaft schloss.

Sein Leben nahm 1861 Fahrt auf, als er in der Rock Creek Station in Nebraska in einen Schusswechsel mit David McCanles und dessen Männern geriet. Es existieren verschiedene Versionen dessen, was geschah, und eine besagt, dass Hickok McCanles und angeblich zwei seiner Begleiter tötete, wodurch er begann, sich den Ruf eines erbarmungslosen Schützen aufzubauen. Allerdings muss man zugeben, dass die Details oft von zeitgenössischen Schriftstellern ausgeschmückt wurden. 

Während des Bürgerkriegs diente er als Spion und Kundschafter für die Union und erhielt den Spitznamen „Wild Bill“. Seine Berühmtheit wuchs vor allem nach einem Artikel in Harper’s New Monthly Magazine von 1867, in dem der Journalist George Ward Nichols Hickoks Taten lobte und ihm zu einem legendären Status verhalf. Der Artikel wurde wegen seiner übertriebenen Darstellungen der Taten dieses Revolverhelden kritisiert, einschließlich der Behauptung, er habe Hunderte von Männern getötet. Hickok selbst trug maßgeblich zu diesen Mythen bei.

Geschmückte Geschichten stärkten seinen Ruf als furchtloser Mann, der den wildesten Herausforderungen trotzen konnte – ob im Wilden Westen oder am Pokertisch. Ein perfektes Beispiel ist Hickoks Begegnung mit einem Schwarzbären im Jahr 1860. Laut seiner eigenen Aussage blockierte ihm ein Bär mit zwei Jungen den Weg. Hickok stieg vom Pferd ab, ging auf den Bären zu und schoss ihm in den Kopf, aber die Kugel prallte von seinem Schädel ab. Der Bär griff an, warf Hickok zu Boden und erdrückte ihn mit seinem Körper. Hickok, kämpfend um sein Leben, feuerte einen weiteren Schuss ab, der den Bär an der Pfote verletzte. Dann griff er zu seinem Messer und schnitt dem Tier die Kehle durch, wobei er es tötete.

Doch jede Geschichte birgt zumindest ein Körnchen Wahrheit, so auch als er 1876, kurz nach seiner Hochzeit mit Agnes Lake Thatcher, ins Goldgräberstädtchen Deadwood in Dakota ging, um sein Glück zu suchen – und sein Schicksal fand.

Warum ist Hickok wichtig für Poker?

Wild Bill Hickok war nicht nur ein Glücksspieler, er war einer der ersten professionellen Pokerspieler, die von ihren Gewinnen lebten, als Poker seine moderne Form erst entwickelte. Er spielte hauptsächlich Five-Card Stud, die dominierende Variante des 19. Jahrhunderts, und seine Fähigkeit, Gegner zu lesen und strategisch zu bluffen, machte ihn am Tisch gefürchtet. Sein Lebensstil – eine Kombination aus Mut, Risiko und Charisma – verkörperte den Geist des Pokers, wo Glück und Geschicklichkeit aufeinandertreffen.

Hickoks Beitrag zum Poker spiegelt sich in drei Schlüsselbereichen wider:

1. Dead Man's Hand: Hickoks Tod ist ein untrennbarer Teil seines pokerischen Erbes. Am 2. August 1876 saß er im Nuttal & Mann's Salon in Deadwood und spielte Five-Card Stud. Während des Spiels, mit zwei schwarzen Assen und zwei schwarzen Achtern, wurde er von Jack McCall, einem gescheiterten Glücksspieler, von hinten erschossen, der angeblich Rache für eine Pokerniederlage am Vortag suchte. McCall, betrunken und wütend, schoss Hickok in den Hinterkopf und tötete ihn sofort. Hickoks Hand – zwei Asse und zwei Achter – wird seither als „Dead Man's Hand“ bezeichnet und ist in der Pokerkultur zum Symbol für Gefahr und Schicksal geworden. Obwohl die fünfte Karte Spekulationen unterworfen ist, bleibt diese Kombination bis heute ein ikonisches Element des Pokerfolklore.

2. Der Ruf am Pokertisch: Hickoks Ruf als Revolverheld und Sheriff verlieh ihm am Tisch Gewicht. Er war dafür bekannt, immer mit dem Rücken zur Wand zu sitzen, um den Eingang im Blick zu behalten. Eine Gewohnheit, die er an seinem Schicksalstag brach, als sein gewöhnlicher Platz besetzt war. Seine Anwesenheit zog die Massen an und machte Poker zu einem Spektakel, wodurch er zur Popularisierung des Spiels in den Salons des Wilden Westens beitrug.

3.Strategische Denkweise: Hickoks Fähigkeiten im Poker beruhten nicht nur auf Glück. Seine Erfahrungen als Spion und Sheriff gaben ihm die außergewöhnliche Fähigkeit, Menschen zu lesen, was er beim Bluffen und strategischen Entscheiden nutzte. Zeitgenössische Berichte vermerken, dass er durch Pokerspiele Hunderte von Dollar pro Abend verdienen konnte, was damals ein erhebliches Vermögen war.

Seine Lebensgeschichte, voller dramatischer Duelle – wie jenes mit Davis Tutt im Jahr 1865, das durch einen Disput um im Poker gewonnene Uhren entstand – trug dazu bei, Poker als ein Spiel zu definieren, in dem Mut und Risiko Hand in Hand gehen.

Aufnahme in die Hall of Fame

Wild Bill Hickok wurde 1979 als einer der ersten sieben Mitglieder in die Poker Hall of Fame aufgenommen, ausgewählt von Benny Binion, dem Gründer der World Series of Poker. Obwohl er nie an modernen Turnieren teilnahm, ist sein Einfluss auf die Pokerkultur unbestreitbar. Hickoks Tod am Tisch, seine Charisma und seine Verbindung zur „Dead Man's Hand“ machten ihn zum Symbol einer Ära, in der Poker nicht nur ein Spiel, sondern eine Lebensweise war. Sein Erbe lebt in den Geschichten vom Wilden Westen und in jeder Hand, die an die schicksalhaften Asse und Achter erinnert.

 

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Quellen: Wikipedia, WSOP, Legends of America, PokerStrategy